Dieser Beitrag wurde mit dem KI-Assistenten Claude erstellt und von Peter Hoenig veröffentlicht.

Wer an einem anderen Platz steht, sieht anders. Bodenanker nutzen diese einfache Erfahrung: Ein Blatt Papier auf dem Boden steht für eine Sichtweise, eine Rolle oder eine Zeit. Wer es betritt, spricht nur aus dieser Haltung heraus. Der Ortswechsel schafft Abstand zum eigenen Standpunkt – und oft überraschend klare Einsichten.
Auf einen Blick
- Bodenanker sind markierte Plätze im Raum, die für eine Perspektive stehen.
- Bekannte Formate sind die Wahrnehmungspositionen, das Drama-Dreieck, das Tetralemma und die Zeitlinie.
- Der Wechsel zwischen den Positionen wird bewusst gestaltet; eine Beobachterposition schafft Abstand.
- Der kostenlose Bodenanker-Editor hält Positionen, Weg und Beiträge auf einem Board fest; die 3D-Variante macht die Positionen begehbar.
Ziel der Methode
Im Gespräch bleiben wir meist in unserer eigenen Sicht. Bodenanker laden ein, sie für eine Weile zu verlassen: Wie sieht die Situation aus der Sicht des Gegenübers aus? Was sieht jemand, der von außen zuschaut? Was sagt mein künftiges Ich zu meiner heutigen Entscheidung? Weil jede Position einen festen Platz hat, vermischen sich die Sichtweisen nicht – und es wird leichter, auch Unbequemes auszusprechen.
Typische Anlässe sind Konflikte und schwierige Gespräche, festgefahrene Entscheidungen, wiederkehrende Muster in Beziehungen und die Planung von Zielen über eine Zeitlinie.
Formate und ihre Herkunft
Wahrnehmungspositionen: Die erste Position ist die eigene Sicht („Ich“), die zweite die des Gegenübers („Du“), die dritte die eines neutralen Beobachters. Oft kommt eine Meta-Position hinzu, die auf das ganze Geschehen schaut. Beschrieben haben das Format John Grinder und Judith DeLozier im Umfeld des Neurolinguistischen Programmierens.
Drama-Dreieck: Stephen Karpman beschrieb 1968 in der Transaktionsanalyse drei Rollen, in die Menschen in festgefahrenen Konflikten geraten: Verfolger, Opfer und Retter. Wer die Rollen nacheinander betritt, erkennt das Muster – und kann von einer zusätzlichen Position aus überlegen, wie ein Ausstieg aussehen kann.
Tetralemma: Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer übertrugen die Denkfigur der indischen Logik in die systemische Aufstellungsarbeit: Das Eine, das Andere, Beides, Keines von beiden – und eine fünfte Position, die auch diese Ordnung noch einmal verlässt. Mehr dazu im Beitrag Entscheiden mit Tetralemma und Entscheidungswaage.
Zeitlinie: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen auf einer Linie am Boden. Wer an einem Punkt der Linie steht, kann zurück- und vorausschauen. Zeitlinienarbeit ist ein verbreitetes Format, ebenfalls mit Wurzeln im NLP.
So wird mit Bodenankern gearbeitet
- Das Anliegen klären und das passende Format wählen.
- Die Positionen markieren – im Raum mit Blättern, digital auf dem Board.
- Eine Position betreten und aus dieser Haltung sprechen; Leitfragen helfen.
- Vor jedem Wechsel kurz in die Beobachterposition gehen: Was ist bisher entstanden?
- Weitere Runden, bis sich etwas klärt.
- Ergebnis und nächste Schritte festhalten.
Mit dem Bodenanker-Editor arbeiten
- Formate: Wahrnehmungspositionen, Drama-Dreieck, Tetralemma im Raum, Zeitlinie am Boden oder eigene Positionen. Positionen anderer Formate lassen sich dazuholen; beim Formatwechsel bleiben die Notizen erhalten.
- Positionen betreten: ein Klick auf die Position macht sie aktiv; Leitfragen erscheinen, und auf Wunsch läuft eine Zeitvorgabe.
- Beiträge: Notizen landen in der aktuellen Position. Jeder Wechsel wird als nummerierter Pfeil festgehalten; kehrt man in die Startposition zurück, beginnt eine neue Runde.
- Protokoll und Export: Anliegen, Bild, Beiträge je Position und Runde, Weg und Ergebnis als druckbares Protokoll; Export als PDF, PowerPoint, LibreOffice Impress, Visio, SVG, PNG und als Tabelle für Excel.
Der Editor läuft vollständig in Ihrem Browser und überträgt keine Daten. Er ist kostenlos und steht als freie Software unter der GPL zur Verfügung: Bodenanker-Editor im Browser öffnen.
Bodenanker in 3D
In der Präsenzsitzung gehen Klientinnen und Klienten tatsächlich von Blatt zu Blatt. Per Video fehlt diese Bewegung – hier setzt der 3D-Bodenanker an. Die Positionen liegen als Blätter auf einem Tisch oder Boden, eine Figur geht sie nacheinander ab, und der Weg erscheint als nummerierte Pfeile. Aus jeder Position lässt sich in den Raum schauen: so, wie man dort stehen würde, mit dem Blick auf die anderen Positionen. Die Spitze des Bodenankers zeigt die Blickrichtung und lässt sich drehen.
Notizen liegen als Karten neben ihrer Position, Menschen und Symbole lassen sich dazustellen. Ergebnis und nächste Schritte erscheinen im druckbaren Bilderbogen. Dateien lassen sich zwischen Board und 3D-Variante in beide Richtungen übernehmen: 3D-Bodenanker im Browser öffnen.
Bodenanker dienen im Coaching als Reflexions- und Gesprächsmodell, nicht als Diagnoseinstrument. Coaching ersetzt keine Psychotherapie.
Fazit
Ein Schritt zur Seite kann mehr bewirken als eine Stunde Nachdenken am selben Platz. Wenn Sie einen Konflikt, eine Entscheidung oder ein Ziel aus mehreren Perspektiven betrachten möchten, begleite ich Sie gern im Personal Coaching oder im Business Coaching. Sprechen Sie mich im kostenfreien Erstgespräch an.
Quellen: Grinder, J.; DeLozier, J. (1987): Turtles All the Way Down. Prerequisites to Personal Genius. Scotts Valley: Grinder, DeLozier & Associates. – Karpman, S. B. (1968): Fairy Tales and Script Drama Analysis. Transactional Analysis Bulletin 7 (26), S. 39–43. – Varga von Kibéd, M.; Sparrer, I. (2000): Ganz im Gegenteil. Tetralemmaarbeit und andere Grundformen Systemischer Strukturaufstellungen. Heidelberg: Carl-Auer.
Weiterdenken
Mehr zum Thema finden Sie unter Ressourcen und Downloads – oder Sie sprechen direkt mit mir im kostenfreien Erstgespräch.
Kommentare
Kommentare erscheinen sofort öffentlich mit Ihrem Namen. Es werden nur Name, Titel, Kommentartext und Zeitpunkt gespeichert – siehe Datenschutzerklärung.
Kommentare werden geladen …