MY COACHING FOR YOUMC4Y P. Hoenig

Tools

Das Systembrett: Systeme aufstellen in 2D und 3D

Teams, Familien und Organisationen mit Figuren aufstellen: Herkunft und Vorgehen des Systembretts und die kostenlosen Editoren für 2D und 3D.

Von Peter Hoenig · · aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit

Dieser Beitrag wurde mit dem KI-Assistenten Claude erstellt und von Peter Hoenig veröffentlicht.

Systembrett mit Figuren eines fiktiven Vertriebsteams: links das Ist-Bild, rechts das Lösungsbild mit Spuren der Veränderung

Wer steht wem nah? Wer schaut wohin? Wer steht abseits? Solche Fragen lassen sich oft leichter mit Figuren beantworten als mit Worten. Das Systembrett ist ein Brett mit Holzfiguren, auf dem Menschen ihre Beziehungen in Teams, Familien oder Organisationen aufstellen. Das Bild macht Muster sichtbar – und lässt sich verändern, bis eine stimmige Lösung entsteht. Für die digitale Arbeit gibt es das Systembrett bei mir in zwei Formen: als flaches Brett und als 3D-Brett, auf dem man in die Sicht jeder Figur wechseln kann.

Auf einen Blick

  • Auf dem Systembrett stehen Figuren für Personen, Gruppen oder Themen.
  • Abstand, Blickrichtung und Größe zeigen, wie Beziehungen erlebt werden.
  • Die Methode geht auf das in den 1980er-Jahren entwickelte Familienbrett zurück.
  • Der kostenlose Systembrett-Editor bildet das Brett digital nach – auch für Coaching per Video.
  • Das 3D-Systembrett zeigt dieselbe Aufstellung räumlich und aus der Sicht jeder Figur.

Ziel der Methode

Das Systembrett hilft, ein System „von außen“ zu betrachten. Schon das Aufstellen bringt Klarheit: Wer gehört dazu, wer fehlt? Wer steht im Mittelpunkt, wer am Rand? Wohin schauen die Figuren – aufeinander, aneinander vorbei, auf ein Ziel? Anschließend lassen sich Veränderungen ausprobieren: Was ändert sich, wenn eine Figur einen Schritt geht oder sich umdreht? So entstehen Lösungsbilder und Ideen für erste Schritte – ohne dass die echten Beteiligten anwesend sein müssen.

Typische Anlässe im Coaching sind Konflikte im Team, neue Führungsrollen, Umstrukturierungen oder Entscheidungen, die mehrere Menschen betreffen.

Woher die Methode kommt

Das Familienbrett wurde Anfang der 1980er-Jahre von Kurt Ludewig und Kolleginnen und Kollegen in Hamburg als Verfahren entwickelt, um Familienbeziehungen darzustellen. Es verbreitete sich in der systemischen Therapie und Beratung. Parallel entstanden Aufstellungsformate mit Personen im Raum, darunter die Systemischen Strukturaufstellungen von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer. Heute wird das Systembrett in Beratung, Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung eingesetzt.

So wird mit dem Systembrett gearbeitet

  1. Das Anliegen klären: Um welches System und welche Frage geht es?
  2. Figuren auswählen und benennen – für Personen, Gruppen, aber auch für Themen oder Ziele.
  3. Die Figuren intuitiv aufstellen: Abstand, Blickrichtung, Größe.
  4. Das Bild von außen betrachten: Was fällt auf? Wie mag es sich an dieser Stelle anfühlen?
  5. Veränderungen ausprobieren und ein Lösungsbild entwickeln.
  6. Den ersten kleinen Schritt in Richtung Lösungsbild festhalten.

Mit dem Systembrett-Editor arbeiten

  • Figuren: eckig, rund oder neutral – jeweils mit einer „Nase“, die die Blickrichtung zeigt. Dazu Menschen (Mann, Frau, Junge, Mädchen) mit wählbarem Hautton und Haarfarbe sowie in verschiedenen Haltungen, etwa gebeugt, kniend, sitzend oder mit einer Geste. Die Größe ist stufenlos einstellbar; gedreht wird am Griff oder per Tastatur, oder Sie richten den Blick einer Figur direkt auf eine andere.
  • Symbole: neben Thema, Ziel, Ressource, Hindernis und weiteren Grundsymbolen auch Tiere, Pflanzen, Gegenstände und Räume, Orte aus Freizeit und Reisen, Gefühle als Gesichter und Werte als Medaillen – insgesamt weit über hundert, mit Suchfeld. Farben können eine selbst gewählte Bedeutung bekommen.
  • Perspektive wechseln: Das Brett lässt sich drehen (von vorn, links, rechts, hinten), und Sie können aus der Sicht einer Figur oder eines Tieres schauen. Was außerhalb ihres Blickfelds liegt, wird blass; die Eigenschaften nennen, wen die Figur im Blick hat, wen nicht und wer sie anschaut.
  • Linien: Beziehung, enge und lose Beziehung, Konflikt, gestörte, distanzierte und abgebrochene Beziehung sowie Wirkung – mit Ziehpunkten frei gebogen, in verschiedenen Strichstärken und wahlweise vor oder hinter den Figuren.
  • Brett und Aufbau: Holz hell oder dunkel, Papier oder Filz, mit Randlinie für „System“ und „Umfeld“. Figuren lassen sich auf Gegenstände stellen, etwa auf einen Stuhl, und als verstorben kennzeichnen.
  • Mehrere Bilder: Ist-Bild, Zwischenschritte und Lösungsbild in einer Datei, in beliebiger Reihenfolge. Auf Wunsch zeigt der Editor die Veränderung zum vorigen Bild als Spur oder stellt zwei Bilder nebeneinander.
  • Speichern und Export: Speichern als Datei, Export als PDF, PowerPoint, LibreOffice Impress, Visio, SVG und PNG.

Der Editor läuft vollständig in Ihrem Browser und überträgt keine Daten. Er ist kostenlos und steht als freie Software unter der GPL zur Verfügung: Systembrett-Editor im Browser öffnen.

Das Systembrett in 3D

Auf dem echten Systembrett beugen sich Klientinnen und Klienten oft über das Brett, gehen um den Tisch herum oder schauen aus der Höhe einer Figur auf die anderen. Das 3D-Systembrett macht genau das digital möglich – ohne Zusatzprogramme, direkt im Browser:

  • Räumlich aufstellen: quadratisches, rechteckiges oder rundes Brett aus Holz, Filz, Papier oder in Grau; Figuren, Menschen, Tiere und Gegenstände als Modelle mit Schatten. Figuren lassen sich auch neben das Brett auf den Tisch stellen – etwa für das, was „außen vor“ ist.
  • Umrunden und betrachten: freie Ansicht, von oben, von vorn, von der Seite oder von hinten – per Maus oder mit einem Tastendruck.
  • In die Sicht einer Figur wechseln: Die Kamera geht auf Augenhöhe der Figur. Wie wirkt die Familie aus der Sicht des Kindes, wie das Team aus der Sicht der neuen Kollegin? Diese Erfahrung ist oft der stärkste Moment einer Aufstellung.
  • Bilder und Vergleich: Beim Wechsel zwischen Ist- und Lösungsbild gehen die Figuren an ihre neuen Plätze; zwei Bilder lassen sich nebeneinander zeigen.
  • Bilderbogen: Zum Abschluss entsteht ein druckbarer Bilderbogen mit der Aufstellung von oben, von vorn und aus der Sicht jeder Figur – samt einer Übersicht, wer wen im Blick hat. Er lässt sich als PDF speichern.

Beide Bretter verwenden dieselben Figuren und Symbole: Eine Aufstellung aus dem flachen Brett lässt sich im 3D-Brett öffnen und wieder zurückspeichern. Das 3D-Brett braucht einen aktuellen Browser: 3D-Systembrett im Browser öffnen. Mehr zu beiden Brettern finden Sie auf der Seite Systembrett (2D und 3D).

Das Systembrett dient im Coaching als Reflexions- und Gesprächsmodell, nicht als Diagnoseinstrument. Coaching ersetzt keine Psychotherapie.

Fazit

Das Systembrett macht Beziehungen greifbar und Veränderungen erprobbar – in 3D sogar aus der Sicht jeder Figur. Wenn Sie eine Situation in Ihrem Team oder Ihrer Organisation aufstellen möchten, sprechen Sie mich im kostenfreien Erstgespräch an.

Quellen: Ludewig, K.; Pflieger, K.; Wilken, U.; Jacobskötter, G. (1983): Entwicklung eines Verfahrens zur Darstellung von Familienbeziehungen: Das Familienbrett. Familiendynamik 8. – Varga von Kibéd, M.; Sparrer, I. (2000): Ganz im Gegenteil. Tetralemmaarbeit und andere Grundformen Systemischer Strukturaufstellungen. Heidelberg: Carl-Auer.

Kommentare

Kommentare erscheinen sofort öffentlich mit Ihrem Namen. Es werden nur Name, Titel, Kommentartext und Zeitpunkt gespeichert – siehe Datenschutzerklärung.

Kommentare werden geladen …

Lassen Sie uns über Ihr Vorhaben sprechen

In einem unverbindlichen Erstgespräch klären wir, wo Sie stehen und welcher Weg zu Ihnen passt.

  1. Sie schreiben mir kurz, worum es geht.
  2. Wir sprechen etwa 30 Minuten telefonisch oder per Video – kostenfrei.
  3. Sie erhalten einen Vorschlag, welche Module zu Ihnen passen.